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veröffentlicht am 8. Dezember 2022 in der Kategorie

Was ist mein Wohnmobil wert?

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Wie kann man einen Wohnmobil-Wert ermitteln?

Interview mit unserem Wohnmobil-Experten Gero Petersen zu den Themen Wertverlust und Wertermittlung bei Wohnmobilen.

Wohnmobilhändler

Viele Wohnmobil-Besitzer fragen sich nach einigen Jahren: Was ist mein Wohnmobil eigentlich noch wert? Und manch einer ist dann schockiert, wenn bei einem Verkauf eines gebrauchten Wohnmobils der Verkaufspreis deutlich unter den Erwartungen liegt. Woran liegt das? Was sind die Faktoren für einen Wertverlust? Darüber haben wir mit unserem Wohnmobil-Experten Gero Petersen gesprochen. Er ist regelmäßig im Wohnmobil-Ankauf tätig und kennt sich daher bestens mit den Themen Wohnmobil-Wert und Wertermittlung aus. Er erläutert uns die Faktoren für den Wert eines gebrauchten Wohnmobils und gibt Einblicke in seine Tätigkeit bei der Wohnmobil-Wertermittlung.

Herr Petersen, die Frage nach dem Wert eines Wohnmobils stellt sich wohl jeder Besitzer irgendwann einmal, speziell wenn es darum geht, das Wohnmobil zu verkaufen, oder?

Na sicher. So ein Wohnmobil ist ja keine alltägliche Anschaffung und das gleiche gilt natürlich auch für den Verkauf. Wenn man nach 5 oder 10 oder 12 Jahren denkt: So, jetzt möchte ich ein neues Wohnmobil, mit dem Alten fühle ich mich nicht mehr wohl, oder es ist zu klein oder zu groß oder technisch zu alt. Oder jemand anderes hat vielleicht keine Lust mehr auf Campingurlaub mit Wohnmobil und möchte zukünftig lieber Urlaub in Hotels machen – da kann es ja viele Gründe geben, warum man ein Wohnmobil verkaufen will. Und dann fragt man sich natürlich: wohin damit? Wer kauft das? Und natürlich auch: Was bekomme ich für mein Wohnmobil?

Und wie sind da Ihre Erfahrungen? Fällt den Besitzern es leicht, sich vom alten Wohnmobil zu trennen?

Nicht immer. Ist ja auch verständlich, mit so einem Wohnmobil hat man viel erlebt, ist vielleicht in fremde Länder gefahren und hat tolle Urlaube damit verbracht. Wenn man mehrere Wochen pro Jahr in so einem Camper lebt, dann sind das intensive Erlebnisse und Erinnerungen. Da kann man schonmal emotional werden, wenn es heißt: Jetzt musst du dich von dem Wagen trennen, der ja fast schon ein Familienmitglied geworden ist. Das ist ja bei manchen Menschen mit einem liebgewordenen Auto nicht anders. Beim Wohnmobil sind die Gefühle vielleicht sogar noch etwas stärker, weil das ja ein richtiger Wohnort ist, nicht bloß ein Fahrzeug.

Das heißt, der emotionale Wert und der sachliche Fahrzeugwert werden schnell vermischt?

Ja, das kann schon mal passieren. Ich habe das ab und zu bei meinen Kundenkontakten, da hat dann jemand das Gefühl er hat im Laufe der Jahre so viel Zeit und Herzblut und auch Geld in das Wohnmobil gesteckt, das müsste doch jetzt locker mehr wert sein, als zum Zeitpunkt des Neukaufs. Da muss ich dann leider enttäuschen und natürlich erstmal mit einer eher nüchternen Einschätzung gegensteuern. Da muss ich klar machen, dass ich als Wohnmobil-Käufer die ganzen schönen Erinnerungen ja nicht mitkaufe. Ich kaufe ein Gebrauchtfahrzeug.

Und wie schätzen Sie dann den Wert des Wohnmobils ein?

Ich gucke mir das Wohnmobil genau an: Wie ist der Ist-Zustand? Welches Modell ist es, welches Baujahr? Wie ist die Ausstattung? Wie viele Kilometer ist es gefahren? Gibt es Schäden oder Rost? Ist das Innere und Äußere gepflegt und in gutem Zustand? Ist es ein Raucherfahrzeug? Oder waren es Hundebesitzer?

Aha, dass heißt Sie haben feste Faktoren, die den Wertverlust eines Wohnmobils beeinflussen?

Ja, das Baujahr und die Kilometerleistung sind natürlich zwei Hauptfaktoren, diese Punkte sind letztlich nicht anders als bei gebrauchten Autos. Der Unterschied: Wohnmobile werden meist nicht jedes Jahr so viel gefahren wie Autos. Von daher ist der Wertverlust über die Zeit nicht so groß wie bei einem Auto.

Wichtig ist natürlich auch die Frage nach einem Unfall, also ob das Wohnmobil schonmal einen Unfall hatte. So ein Unfallschaden kann natürlich auch wertmindernd sein. Hier sollte ein Gutachten vorhanden sein und ein Reparaturnachweis.

Und was ist bei einem Wohnmobil noch anders zu bewerten als bei einem gebrauchten Auto?

Beim Wohnmobil kommt noch die ganze technische Wohnmobil-Ausstattung und die Einrichtung dazu. Ein Wohnmobil mit viel Nachrüstung und Extras ist etwas anderes als eines, das in der Serienausstattung daherkommt. Bestimmtes Zubehör kann natürlich auch den Wert eines Wohnmobils steigern, wie z.B. eine gute Klimaanlage oder sowas exklusives wie eine Fußbodenheizung oder eine hochwertige, nachgerüstete Küche. Eine einfache Markise oder ein Fahrradträger dagegen ist jetzt nicht sowas besonderes und das hat nach mehreren Jahren auch einen deutlichen Wertverlust.

Und spielt auch bei der Inneneinrichtung der Zustand eine Rolle?

Ja sicher. Der allgemeine Pflege- und Erhaltungszustand ist immer sehr entscheidend. Wenn ein Wohnmobil im Inneren sehr deutliche Gebrauchsspuren zeigt oder sogar „abgewohnt“ aussieht oder wenn darin geraucht wurde usw., das sind natürlich dann wertmindernde Aspekte. Und natürlich sollte technisch alles funktionieren, also Wasser- und Abwasser, Dusche und Toilette wenn vorhanden, die Stromversorgung, Klima, Beleuchtung…

Das heißt beim Ankauf eines Wohnmobils checken Sie alles durch?

Ja, ich gucke mir dann einmal alle Details an. Auch um festzustellen, ob irgendwelche Reparaturen erforderlich sind, oder ob etwas ausgetauscht werden muss. Polsterungen oder Matratzen z.B. die müssen bei älteren Wohnmobilen dann vielleicht mal getauscht werden, ansonsten lässt sich das Fahrzeug nur schwer weiterverkaufen.

Haben Sie so etwas wie eine Faustformel für den Wertverlust eines Wohnmobils?

Eine exakte Formel zum Berechnen die sich pauschal auf alle Wohnmobile anwenden lässt, gibt es natürlich nicht. Dafür sind die Wohnmobile einfach viel zu verschieden. Es gibt so viele unterschiedliche Marken und Modelle und dann ist jedes Wohnmobil ja in gewisser Weise auch ein Individuum mit einer ganz eigenen Geschichte. Daher muss ich schon immer im Einzelfall gucken, was ich da vor mir habe.

Aber können Sie gar keine Zahlen nennen?

Naja, es gibt ja auch Listenpreise, davon kann man schon etwas ausgehen. Nur: Wohnmobile sind eben oft auch Einzelstücke und kommen nicht immer in der Serienausstattung daher. Eine Faustformel ist, dass ein Wohnmobil nach dem ersten Jahr bereits ca. 18-20% im Wert verliert. Das ist übrigens geringer als beim Auto, wo der Wertverlust im ersten Jahr bei 25% liegt. Nach drei Jahren geht man beim Auto von einem Wertverlust von 40-50% aus. Bei einem Wohnmobil dagegen ist es durch die geringere Nutzungsintensität nicht so extrem. Aber pro Lebensjahr muss man schon so 4-6% vom Wert abziehen.

Aber wie gesagt: Das ist nur eine ungefähre Schätzung. Jede Wohnmobil-Wertermittlung findet letztlich immer am Einzelstück statt. Manche Wohnmobile werden in Hallen überwintert und sind scheckheft-gepflegt und manche stehen ganzjährig an irgend einer Straße. Das wirkt sich natürlich auf den Verkaufspreis aus.

Beim Stichwort Verkaufspreis kommt einem auch die Frage in den Sinn, was wohl besser ist, das Wohnmobil privat zu verkaufen, oder an einen Wohnmobil-Händler wie Sie?

Nun ja, ich denke dass muss jeder selbst entscheiden, nicht? Ich weiß nur wie viel Aufwand das bedeutet, ein Wohnmobil zu verkaufen. Man muss inserieren, man muss Termine mit den Interessenten machen, dann muss man das Wohnmobil dafür putzen und alles picobello machen, dann alles zeigen und erklären und Fragen beantworten. Und eine Probefahrt machen. So ein Termin nimmt schnell einen ganzen Tag in Anspruch. Und meist werden die Interessenten dann erstmal nochmal drüber schlafen wollen bevor sie so eine Anschaffung machen.

Und natürlich wollen alle auch um den Preis feilschen, denn bei einem Privatverkauf hofft natürlich jeder auf ein Schnäppchen, wohingegen der Verkäufer das ja macht, um einen möglichst guten Preis fürs Wohnmobil zu bekommen. Sich da einig zu werden, ist nicht immer leicht. Und oft muss man das ganze Spiel dann mit mehreren Kaufinteressierten durchspielen, bis es dann klappt und jemand wirklich kaufen möchte. Das ist durchaus aufwändig und man hat in der Zeit ständig die Ungewissheit, ob alles gut geht oder nicht oder ob der Aufwand umsonst war.

Und wie läuft es beim Verkauf an einen Händler?

Das kann viel schneller gehen, man macht einen Termin, der Ankäufer kommt vorbei und guckt sich alles an. Der ist Experte, dem müssen Sie nicht alles zeigen und erklären, weil der jeden Tag Wohnmobile anguckt. Der kann ihnen dann nach kurzer Zeit einen festen Preis nennen, den er zu zahlen bereit ist. Und wird Ihnen – wenn es ein seriöser Händler ist – auch erläutern, wie der Preis zustande kommt. Dann können Sie entscheiden. Das ist viel entspannter und schneller als der Verkauf auf eigene Faust. Auch fühlt man sich sicherer : Man kann z.B. vorher Bewertungen zu dem Händler lesen und erfährt, welche Erfahrungen Andere mit ihm gemacht haben. Man ist insgesamt besser aufgehoben und abgesichert.

Muss man da als Besitzer des Wohnmobils Abstriche machen?

Ein Händler, der ein Wohnmobil ankauft oder in Zahlung nimmt macht dies natürlich, um es anschließend weiterzuverkaufen. Das muss mit einkalkuliert werden. Aber: Das ganze ist eben auch ein Service, eine Dienstleistung. Sie werden Ihr gebrauchtes Wohnmobil sehr schnell und unkompliziert los und der Händler kümmert sich um alles Weitere. Den ganzen Aufwand mit Inserieren und Verkaufsgesprächen und Probefahren kann man sich sparen. Die Zeit und die Ungewissheit, die Sie damit einsparen, ist ja auch was wert, oder?

Ja sicher, das kann man sich dann überlegen, was das wert ist.
Eine Frage noch: Haben Sie selbst ein Wohnmobil? Wie alt ist das?

Ja sicher habe ich auch ein Wohnmobil! Ich liebe diese Art des Urlaubs und die Möglichkeit schnell mal hier und dort und woanders übernachten zu können. Ich habe aktuell ein Wohnmobil, dass ich innen selbst ausgebaut habe. Ein Liebhaberstück sozusagen, dass ich aber auch gebraucht gekauft habe. Das ist ein Alkoven-Wohnmobil, da auch meine Familie immer gern campen geht. Das Fahrzeug selbst ist jetzt schon fast 10 Jahre alt, aber der Innenausbau ist erst 5 Jahre her. Damit werde ich sicher noch ein paar Jahre Urlaub machen.

Ok, vielen Dank für das interessante Gespräch!

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